26. März 20100 Kommentare
Redaktionssterben im Zeitraffer
Nachrichten, die zu denken geben: Diese Woche war zu lesen, dass die Münchner „Abendzeitung“ ab sofort ein Viertel ihrer Redaktionsstellen abbaut. Einen Tag später gibt auch der Jahreszeitenverlag bekannt, dass er in den Redaktionen seiner zehn Magazine alle Redakteure entlässt, die keine leitende Funktion haben – insgesamt sind das 70 Stellen. Stattdessen sollen freie Mitarbeiter Texte, Bilder und Grafiken liefern. Begründet wird die Entscheidung mit dem strukturellen Wandel der Medienwelt und den Folgen der Wirtschaftskrise – sowohl der Anzeigenkauf als auch die Vertriebszahlen seien rückläufig. Ähnliches hört man vielerorts schon seit geraumer Zeit. So z.B. auch von der Mediengruppe M. DuMont Schauberg. Hier soll eine 25-köpfige Redaktionsgemeinschaft den DuMont-Abo-Zeitungen (die „Berliner Zeitung“, die „Frankfurter Rundschau“, der „Kölner Stadt-Anzeiger“ und die „Mitteldeutsche Zeitung“) Artikel für die Ressorts Politik, Wirtschaft und Gesellschaft zuliefern. Gleichzeitig versprechen alle Verlage, dass die journalistische Qualität gewohnt hoch bleibt. Wunschdenken oder Wirklichkeit?
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