12. Juli 20110 Kommentare
Sofort statt digital
Knipsen, Schütteln, Warten – und nach und nach materialisiert sich ein Bild auf dem weißen Kärtchen. Vom Polaroid-Bild geht seit seiner Erfindung in den 30er Jahren eine nahezu magische Wirkung aus. Auch Künstler experimentierten mit dem Medium, fasziniert von dem spontanen und manchmal unperfekten Eindruck, den das Sofort-Bild von einem Moment auf den anderen auf Papier bannt.
Dass die Fotos mit dem charakteristischen weißen Rahmen auch in Zeiten der Digitalfotografie nicht an Charme eingebüßt haben, beweist eine Ausstellung, die bis zum 21. August in Wien zu sehen ist. Polaroid (Im)possible – The Westlicht Collection zeigt einen Ausschnitt aus der legendären Polaroid Collection, die 2009 aus der Konkursmasse des insolventen Unternehmens Polaroid gerettet werden konnte. Zu sehen sind einzigartige Interpretationen von Andy Warhol bis Helmut Newton, ergänzt durch Arbeiten zeitgenössischer Künstler mit modernen Sofortbildmaterialien.
Das Sofort-Bild lebt also – und das obwohl es mit dem Konkurs von Polaroid schon totgesagt wurde. Zum Glück kaufte eine Initiative glühender Sofortbild-Verehrer die letzte intakte Filmfabrik im niederländischen Enschede und nahm die Produktion wieder auf. So können die Besitzer der geschätzt 300 Millionen funktionstüchtigen Polaroid-Kameras, die angeblich weltweit noch im Umlauf sind, munter weiterknipsen: Nicht digital, sondern eben sofort.
Kategorie: Bild-Dokument

