19. Januar 20100 Kommentare
Wie hat das Internet Ihr Denken verändert?
Gleich zum Jahresbeginn hat der amerikanische Literaturagent John Brockman auf Edge.org die Frage des Jahres 2010 gestellt: Wie verändern Internet und vernetzte Computer die Art, wie wir denken?
In 121 Antworten wird dieses Thema von einigen der wichtigsten Wissenschaftler der Gegenwart behandelt, unter anderem auch von dem Wissenschaftshistoriker George Dyson: „Sind der Preis für Maschinen, die denken, Menschen, die es nicht mehr tun?“
Er stellt zudem die brisante Frage, ob Bücher dahin zurückfinden werden, wo sie ursprünglich angefangen haben: in Klostern weggesperrt, nur von einer Elite gelesen.
Die FAZ schreibt:
Einige der von Brockman befragten Autoren finden nicht, dass das Netz ihr Denken verändert. Andere sehen das anders. Keiner, auch keiner der Skeptiker, sehnt sich in eine Zeit vor dem Internet zurück. Aber viele machen deutlich, dass das, was wir als User erleben, in der Tat nur ein „Surfen“ ist, eine Bewegung auf der Oberfläche. Die deutsche Internet-Debatte ist auf dem Stand der neunziger Jahre. Eine digitale Avantgarde von eigenen Gnaden, die entscheiden möchte, wer dazugehört, tut so, als wäre Kommunikation im Netz nicht kinderleicht und als genügte es in einer Zeit, da selbst „Die Grauen“ im Netz unterwegs sind, einen Blog zu besitzen, um sich als Kenner auszuweisen. Das ist verständlich, weil es Politik- und Verlagsberatung verkauft, aber als angeblich progressive Haltung ist es längst von der Wirklichkeit überholt. Brockmans Jahresfrage setzt den Akkord für Fragen, die über das Dafür oder Dagegen weit hinausgehen.
Hat das Internet Ihr denken verändert? Was meinen Sie?
Bild: Katinka Matson
Kategorie: Text-Dokument


